Donnerstag, 30. April 2015

"Dann holen wir uns halt Döner"

Kennt ihr das? Ihr habt gerade den Führerschein gemacht und seht plötzlich viele Fahrschulautos umherfahren? Ihr lernt eine neue Sprache und diese ist dann plötzlich überall? Ihr fangt an mit einer neuen Sportart und findet heraus, dass andere das früher schon sehr oft gemacht haben? Ihr fangt (wieder) an auf die Ernährung zu achten und seht Menschen, die ihr eigenes Essklisché bedienen?

Also ich schon.

Gestern zum Beispiel war ich einkaufen. Ich war gestern einkaufen, um den Einkaufsstress heute nicht zu haben (und ausserdem habe ich Sport...) In dem ersten Laden war ich in der Obst & Gemüse Abteilung. Dort waren viel... äääh... Obst und Gemüse. Interessanterweise auch verschiedene Arten von Orangen - einige zum Saft machen, andere zum roh essen usw. Da ich mir "zufällig" eine Saftpresse gekauft habe, nahm ich entsprechendes mit. Ansonsten sah ich mich mal um.

Es waren sehr viele Menschen da. Mehr als ich dachte, zu viele um mich wohl zu fühlen, um in Ruhe zu gucken und zu prüfen welche Obst und Gemüsesorten es noch gibt. Es huschten nämlich viele Familien durch die Gänge, welche mal eben schnell noch irgendwelches Obst einpacken wollten. So gab es Kinder, die darüber jammerten ("Ich mag das nicht") und andere, die das mochten ("Wir brauchen mehr Bananen"). Dabei wurde nicht unbedingt die Bio-Variante gewählt, sondern eher die, welche bereits auf 10 Metern gespritzt riechen. (Ich bilde mir ein, dass riechen und  - schlimmer - schmecken zu können). Dies alleine wäre ja super, wenn sich nicht Ausnahmslos in allen Einkaufswagen irgendwelche bunten Tüten befanden: Toffifee, Kinderschokolade, Pizza, Schokocrunchie-Kram... Ja, einige Familien sahen so aus, als gäbe das wirklich nur bei Ausnahmen. Andere wieder um nicht. Alles im allen waren die aber okay. Bisschen verwundert war ich nur über zwei Frauen, die offensichtlich untergewichtig waren, sich über Kalorien unterhielten und dann Gurken mitnahmen und giftig guckend an der Schokofront vorbeiliefen.

Im Laden Zwei ist nichts passiert. Ausser das ich vergeblich nach Sourcreme gesucht habe. Auf dem Rückweg aber, lief ich an einem Auto vorbei, bei dem gerade eine Frau anhielt. Das Auto stand auf dem Behindertenparkplatz ganz nahe dem Einkaufsladen. Der Mann drin... nun ja... Es wäre jetzt sehr böse zu behaupten, er wäre so fett, dass er so behindert wäre, dort parken zu dürfen. Dennoch kam mir der Gedanke. Dazu ein Sack Ungepflegtheit und fertig. Die Frau dazu sah nicht besser aus. Ich würde sie Mitte-Ende 40 schätzen, aber die Körperhaltung, der Nikotingeruch und der Gang ließen sie deutlich älter wirken. Schnaufend hielt sie sich an dem Auto fest, da sie ihre Füsse nicht mehr heben konnte und sagte zu dem Mann: "Die haben keine Makkaronie und Schiiiis. Dann holn wir uns halt nen Döner." Dann wuchtetet sie ihren Körper, sich immer noch am Auto festhaltend, weiter. Ich legte meinen Einkauf in den Kofferraum (Kräuterquark und Paprika) und ging wieder zurück. Obwohl ich ganz hinten geparkt habe, war die Frau gerade erst an der Beifahrertür, als ich zurücklief.

Laden Drei. Wieder ein großer Einkaufsladen mit sehr viel Kram. Ich schnappte mir Sourcreme, ärgerte mich darüber, dass Kartoffeln hier viel billigern waren, untersuchte Pizzen auf ihren Inhalt und legte sie dann wieder zurück. Irgendwann bei meiner Odysee durch den Laden, sah ich einen Mann meiner... Größe. Dahinter eine Frau, in einer anderen Höhe, aber fast der selben Breite. Aufmerksam wie ich bin, erschlich ich mir einen Blick in den Einkaufskorb. Dort waren mindestens sechs Fertig-Cheese-Burger drin, daneben lagen Senf und Ketchup. Damit sah ich mein Spiegelbild und entschied: "Irgendwie... irgendwie... geht das doch nicht. Willst du wirklich so enden? Eigentlich ja nicht."

Es ist ja nicht so, als kenne ich die Situation. Ja. Solches Essen, gerade diese Cheeseburger, sind ein Grund warum ich _keine_ Mikrowelle habe. Selbst wenn ich es wollte, könnte ich das Essen nicht mal eben so zubereiten; aber das ist ein anderes Thema. Ich muss diese kurzen Beobachtungen, welche sich in mein Hirn brannten, erstmal tiefer verarbeiten.

Dienstag, 28. April 2015

Umgedacht

Es ist schon interessant, wie einen das Leben prägen kann. Diverse Geschichten meiner Familie und Bekannten brachten mich schon lange dazu dreimal über mich und meine Gesundheit nachzudenken. Nachdem ich nun vor einigen Wochen von dem einzigen Lebensmittel dahingerafft wurde, was ich vertraute: Fleisch, wurde mir klar, das irgendwas anders werden muss.

Nach der Lektüre, des, im letzten Artikel vorgestellten, Buches sehe ich Nahrung ganz anders. Ich sehe es nicht mehr als Kalorienquelle an, sondern als etwas, was bestimmte Sachen mit dem Körper tut. Dies kann gut oder schlecht sein. Fleisch zum Beispiel ist nicht per se schlecht, aber ein halbes Kilo Fleisch für 1,99€ bringt bei mir den Gedanken auf: Da kann ja was nicht stimmen.

Mir geht es nicht darum keine Tiere zu quälen; denn das halte ich für falsch-umgesetzten Idealismus, mir geht es darum, dass ich keine seltsamen Dinge in meinen Körper schmeißen will. Also nicht mehr.

Nachdem ich gestern mit einigen Leuten schwimmen war, wollte die Gruppe noch unbedingt zu McDonalds. Diese neue Kombinations-Kram ausprobieren. Ich habe kurz überlegt, ob ich denn so ein Burger verspeisen sollte und kam zu dem Entschluss: Nope. Dennoch ist es verdammt schwierig bei McDonalds irgendwas zu finden, bei dem ich nicht denken muss: "Geht das auch ohne Chlor?"

Ich wählte übrigens heißen Kakao, der dem Geschmack nach aus Zucker bestand. Irgendwas seltsames arbeitet gerade in meinem Kopf. Ich bin nicht sicher was, aber als ich las, dass selbst Apfelstückchen (!!) bei McDonalds eine Zutaten-liste haben, habe ich mich gefragt, warum ich früher regelmäßig dort war.

Dienstag, 21. April 2015

[Buch] Meat Is for Pussies: A How-To Guide for Dudes Who Want to Get Fit, Kick Ass, and Take Names

Was für ein Titel! Meat Is for Pussies: A How-To Guide for Dudes Who Want to Get Fit, Kick Ass, and Take Names. Wer den Titel schon geil findet (was ich tue), wird dieses Buch einfach geil finden. Um zu zeigen, wie der Schreibstil des Buches ist, versuche ich diesen in dieser verdammten Rezension nachzuahmen - denn dies ist definitiv einzigartig im Bereich der Ernährung.

Der Autor schreibt nämlich frei Schnauze (und übrigens auf Englisch!), benutzt fucking viele Schimpfwörter, verkackt viele direkte Verben und richtet sich dabei an eine Zielgruppe: Männer, die Fleischessen; mit dem Ziel eben dies zu unterlassen.

Ja. Richtig gelesen: Dieses Buch propagiert ein Fleisch-freies Leben. Es beschreibt wie Kadaver im Dickdarm dahinrotten und diesen Inhalt quasi verfaulen lassen - das ist ein Bild, was verdammt eklig werden kann, besonders wenn der Autor von Proktologen erzählt. Genauer: Von Inhalten, die diese aus dem Darm scheißen lassen. ("Typen die beruflich anderen Einläufe geben").

Es geht aber noch weiter: Ein vergleichsweiser langer Abschnitt der Buches richtet sich an erectile dysfunction. Auf Deutsch: Schlappe Schwänze. Das Beispiel, dass Viagra plus Blondine plus Hawaii auch nach hinten losgehen kann dient dort als deutliches Beispiel. Natürlich mit Erfahrungsbericht, dass es auch anders geht (und Rückgängig gemacht werden kann!) Aus Erfahrung und Erzählungen von vielen Männern darf ich meiner, meist weiblichen, Leserschaft eines versichern: DAS ist ein Problem, was Männern zum umdenken bringt.

Mit dieser Angst (und irgend einen Hinweis, dass sowas ähnliches auch was mit dem weiblichen Zyklus passiert) geht es dann weiter: Milch wird unnatürlich produziert und Eier sind Fötuse und schon sind wir im Bereich der Veganertums. Ja. Dieser verdammte Buch ist eine Pro-Vegan-Buch für Männer. Und das ist doch mal geil.

Doch ein Kapitel hat mich _wirklich_ umgedreht. Ich war der ultimative Vegan-Hasser. Ich konnte nicht verstehen, wie diese dürren Menschen an ihrem Gras knabbern und dies für das beste der Welt halten. Ja, noch vorletztes Wochenende war dies ein Reizthema für mich. Doch dieses Buch... verdammte Kacke... es hat mich zum umdenken gebracht. Denn: Der Autor versteht diese Einstellung. Er sagt selbst: "Woran erkannt man Veganer? Keine Ahnung, er sagt es dir." Ihm geht es auch auf den Sack, dass man sich mit den Typen nur über Essen unterhalten kann und dabei so unglaublich krank aussehen.

Er selbst tritt den Gegenbeweis an und ergänzt diese noch um eine Galerie verschiedenster Männer - von Bodybuilder, Extremläufter und Fighter ist alles dabei. (Auf gut Deutsch: "MÄNNER") und unterlässt es, bis auf in der Erklärung, dass er es nicht tut, die Benutzung des Wortes "vegan", weil es einfach zu viele Dinge triggert.

Ganz ehrlich: Mich hat dieses Buch hardcore geflasht. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein englisches Buch über Vegane Ernährung in einem Rutsch lese. Der Schreibstil hat mich gepackt und sich festgekrallt. Heute war ich beim Amerikaner (echter, nicht McDoof) und ich habe ernsthaft(!) darüber nachgedacht die Veggieveriante zu wählen. BÄMM! Am Ende Esse ich ernsthaft noch Gemüse oder Obst. Fuck... why not?

Montag, 20. April 2015

BitFreak liest ein Buch für vegan

Ich habe "gerade" ein Buch über Veganismus gefunden und bin sehr vertieft darin. Ja. Ich lese. Und Ja. Vegan.

In dem Sinne: Bleibt dran :D

Donnerstag, 16. April 2015

Und plötzlich Hunger nach... Fischfutter

So ekelhaft. Ich erspare mal wirklich Details. Ich sage nur: Lebensmittelvergiftung. Bäh... Nun ja.

Da ich absolut nichts essen konnte und/oder wollte (weil man ja auch mal seine 5 Stunden am Stück schlafen will)  hatte ich halt...nichts... gegessen. Tja... Dadurch entstand Hunger. Nachdem der Doc auch noch sagte: "Nur leichte kost", hatte ich immer noch Hunger.

Dann fütterte ich die Fisch. oooh... dieser Geruch... Booaah... Heerrrlich... Ich war so kurz davor die Finger abzuschlecken.

Donnerstag, 9. April 2015

Eigentlich Fahrrad fahren

Eigentlich hatte er keine Lust. Eigentlich hatte er nur eine Ausrede gesucht nicht Fahrrad fahren zu müssen. Eigentlich hatte er gehofft, die Absage mit-zu-radeln wäre eine gute Ausrede. Eigentlich hatte er ja kein Ego. Eigentlich ist der letzte Satz gelogen und eigentlich wollte er die Tour kurz halten. Eigentlich sollte es nur einmal um den Teich gehen. Eigentlich war das Wetter gar nicht mal so schlimm. Eigentlich war es noch hell. Eigentlich wäre das eine gute Strecke. Eigentlich aber länger als geplant. Aber eigentlich doch ganz schön. Eigentlich wollte er gar nicht so lange. Eigentlich sollte er es aber. Eigentlich wurde es dann weniger Dunkel als gedacht und eigentlich war es auch nicht wirklich kühl. Eigentlich könnte man jetzt umdrehen; eigentlich aber auch weiterfahren. Eigentlich tut das Knie weh, aber eigentlich fährt sich das ein.

Eigentlich ist eigentlich gar kein Wort und 10km sind eigentlich nicht so weit. Eigentlich.

Mittwoch, 1. April 2015

Hallo, ich bin es. Deine Wade.

Hallo,
ich bin es. Deine Wade. Ich weiß, ich habe mich lange nicht mehr gemeldet. Aber am Wochenende hast du mich so genervt, dass ich mich wirklich zurückgemeldet habe. Ich wollte es nicht - aber hej! Du hast mich provoziert.

Erst hast du mich mit einer Menge Sport geärgert, mich gequält an Beinstrecker, Beinbeuger & Co und als ich dann schon wehtat, kam noch die Beinpresse. Oh Mann! Was machst du? Da habe ich dir schon gesagt: Pass auf! Aber neiiin... du musst ja unbedingt noch Fahrrad fahren. Unbedingt. Das wäre ja noch in Ordnung - aber der Sonntag pff... 15 Kilometer auf dem Rad? Bist du irgendwie bescheuert, oder so? Ja. Die Leistung überrascht; aber der Sturm hat es noch mal anstregender gemacht.

Jetzt mal ernsthaft. Ich habe mit dem Oberschenkel gesprochen: Bei Regen und Wind drei Kilometer reines Bergauffahren - du hättest wissen (!) müssen (!) das das eine Schnapsidee ist. Ich vermute sogar, du wusstest es. Aber dein blödes "Ich-mann-ich-kann"-Gen hat dich durch diese wahnsinnige Idee getrieben.

Nach Absprache mit deiner ganzen Beinmuskulator traten wir daher mit sofortiger Wirkung in Streik. Die Oberschenkel verweigern den Dienst und zu mindest eine Wade hat sich bereit erklärt weh zu tun. wir erwarten einige Magnesium nachschübe.

Mit freundlichem Grusse

Dein Wade,
geschrieben im Namen deiner Beinmuksulatur